She's coming home...

    Sonntagmorgen war es endlich soweit: ich konnte meine beiden Mädels nach Hause holen.

    Yvi hätte zwar auch schon Samstag gehen können, aber der Anfang ist bei Erstlingseltern halt immer etwas anders - wir waren ganz froh, dass die ruhige und gutmütige Schwester vom Kinderzimmer (sie erinnert mich an Oberschwester Hildegard - gleiche Statur, grauen Dutt und mindestens genauso kompetent) nochmal einen kritischen oder eher sanftmütigen Blick auf uns kleine Familie geworfen hat.

    An dieser Stelle mal ein großes Lob an die Klinik am Eichert in Göppingen! Der Aufenthalt war wirklich sehr angenehm, die Leute dort sehr kompetent, freundlich und jederzeit hilfsbereit! Wir haben darüberhinaus zur Begrüßung und gleich auch als Abschiedsgeschenk einen Schlafsack für die Kleine erhalten, in dem sie gerne und gut schläft. Wir haben uns dort rundum wohl gefühlt und können die Klinik guten Gewissens weiterempfehlen - auch oder gerade für vorsorgliche Eltern wie uns, da eine Kinderklinik direkt angeschlossen ist. Gut wenn man sie nicht benötigt, aber schön zu wissen, dass sofort jemand in Hilfsreichweite ist.

    Als ich nun das Krankenhaus mit dem Maxi-Cosi mit dem Wissen betreten haben, dieses gleich mit dem eigenen Töchterchen zu verlassen, hat in mir ein besonders schönes Gefühl hervorgerufen. Das beschwingt den Schritt. Es war auch schon alles gepackt und die Kleine wieder im Milchflashkoma (Kurzform MFK). Den Zustand hat sie immer nachdem sie sich satt gesaugt hat. Sie liegt dann mit allen Vieren von sich gestreckt da, grunzt und atmet zufrieden und ist vollkommen tiefenentspannt. Nachahmenswert!

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    Abschiedsgeschenk für die tolle Betreuung des Pflegepersonals der Neugeborenenstation in der Klinik am Eichert Unsere Kleine sicher und warm verpackt für den ersten Schritt in diese liederliche Welt (es hatte morgens 3 Grad, aber immerhin sonnig)

     

    Die Fahrt nach Hause ist auch sehr gut gelaufen. Ich habe mich ein wenig an die Schilderung von Michael Mittermeier (Baby Alarm - ein für werdende Väter und auch Mütter empfehlenswertes Buch) erinnert, der mit gefühltem Vollgas nach Hause geflogen ist, bis seine Frau zu ihm meinte: "Ich kann sie auch heim tragen, und du kommst dann morgen mit dem Auto nach".

    So ähnlich hat es sich für mich auch angefühlt, als ich mit sicheren 30 km/h und Warnblinkanlage, begleitet von einer Polizeieskorte über die Landstraße nach Hause gerast sind - so zumindest war das in meiner Vorstellung. Ich glaube ich bin wie auf rohen Eiern gefahren, habe vor jeder Kurve den Fuß vom Gas genommen (oder eher sachte mehr auf die Bremse getreten), bin gaaaaanz langsam um durch die Ecke geschlichen und habe noch vorsichtiger wieder herausbeschleunigt (wobei beschleunigt die Sache eher nicht trifft).

    Als Vater hat man halt die Beschützerrolle inne und die will auch erstmal gelernt und vor allem dosiert werden. Deshalb habe ich vor der Abfahrt eben auch die irritierten Blicke des Klinikpersonals ignoriert, als ich direkt vor der Tür die Raucher verscheuchend geparkt habe, damit die Kleine auch ja nicht zu lange in der Kälte sein muss. Etwas mehr Verständnis für einen fürsorglichen Vater kann ja wohl erwartet werden! Bloß kein Risiko eingehen ;)

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    Aber jetzt ist sie da! Zuerst hat sie die Umgebung unter Ohrenschein (das mit dem Sehen ist ja noch nicht so gut) genommen, die neuen Gerüche, Geräusche und Gefühle aufgenommen, ihr neues/altes Zuhause für akzeptabel befunden und ihren Stubenwagen gleich mal mit einem Mittagsschlaf eingeweiht, auch wenn dieser auf Grund der neuen Umgebung etwas unruhig war und sie sich in den Schlaf am Schnulli nuckeln musste.

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    Die erste Nacht war allerdings (zumindest für mich) sehr ungewohnt und kurz. Die beiden haben sich ja im Krankenhaus schon aneinander gewöhnt, aber für mich war jeder Laut, jedes Grunzen, Fiepsen, Schmatzen und jede Bewegung in ihrem Babybay-Beistellbettchen so ungewohnt, dass ich jedes mal sofort aus dem Schlaf hochgeschreckt bin. Die Kleine hat das aber nicht gejuckt, die lag ausgestreckt in ihrem Schlafsack und hat geschlafen wie ein Stein (zumindest zwischen den Stillpausen). Sie sieht dabei aus, wie eine gestrandete kleine Meerjungfrau - mit dem Geräuschpegel eines betrunkenen Truckers.

    Da wir die Kleine im dunklen Schlafzimmer nicht sehen konnten, haben wir vorerst als Provisorium eine Lampe im Flur eingesteckt und leuchten lassen, damit wir zumindest einen diffusen Schein im Schlafzimmer haben... Das hat den (oder zumindest meinen) Schlaf nun auch nicht wirklich gefördert.

    Trotzdem, es ist toll die Kleine hier zu haben und ich kann mir schon kaum mehr vorstellen, wie es ohne sie gewesen ist. Ich mag sie nicht missen!

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