Hammer - oder einfach nur "WOW"

    Die Ersten haben es ja bekanntlich besonders schwer (da rede ich aus eigener Erfahrung *sic* ;-)). Dafür haben sie aber auch die Chance als Erste neue Maßstäbe zu setzen. Juliane hat heute diese Chance genutzt und die Latte für Ihre Cousinen und Ihren Bruder besonders hoch gelegt wie ich finde...

    Vor ca. einen halben Jahr haben wir das ausrangierte BMW-Fahrrad der Schurers geschenkt bekommen. Bei diesem lassen sich die Pedale entfernen, um es in der ersten Stufe als Laufrad zu benutzen und sich somit an das Rad zu gewöhnen. Neo, der jüngste der Schurerkinder, ist bereits auf ein Fahrrad seiner Brüder umgestiegen. Das zweite Fahrrad für einen Fünfjährigen ist schon ganz schön beachtlich! Ich glaube in diesem Alter (oder ein Jahr später?) habe ich erst das Fahrradfahren mit Stützrädern gelernt.

    Juliane fand das BMW-Laufrad allerdings nicht so reizvoll. Sie hat es ein paar mal ausprobiert, ist aber doch lieber mit ihrem kleineren rot-gelben Flitzerlaufrad unterwegs gewesen. Seit einigen Wochen oder schon einigen Monaten kam sie allerdings immer wieder und fragte, wann ich denn die "Treteln" wieder an das Fahrrad machen würde? Irgendwie habe ich es immer wieder verbummelt, aber heute habe ich mich fast schon ein bisschen über mich selbst geärgert, dass ich das nicht schon früher gemacht habe.

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    Erst bin ich davon ausgegangen, dass der Zeitpunkt schon alleine deshalb einfach zu spät ist, weil es nun in diesem Winter mit dem Radfahren erlernen einfach aus zeitlichen Gründen nichts mehr werden würde.

    Nun ärgere ich mich, dass ich ihrem Bitten nicht schon früher nachgekommen bin, denn es ging beim Erlernen nicht um Monate, Wochen oder Tage... noch nicht mal um Stunden, sondern nur noch um die Anzahl von Versuchen. Saß Juliane erstmal auf dem Fahrrad, ging es Schlag auf Schlag. Begonnen haben wir in der Tiefgarage. Ich habe sie angeschoben und bin ihr dann gemächlich gefolgt, um sie zu stützen und ggf. auch aufzufangen, falls sie stürzen würde (letzteres ist ihr die gesamten 2 Stunden nicht passiert). Schon nach wenigen Versuchen brauchte ich nur noch anzuschieben, stützen war nicht mehr notwendig - da machte sich das bisherige Laufradtraining erfolgreich bemerkbar.

    Sicher, es gab schon ein paar wesentliche Herausforderungen:

    • Tritt sie in die falsche Richtung bremst das Rad mit der Rücktrittbremse
    • das Bremsen mit Rücktrittbremse und Forderbremse am Lenkrad überhaupt
    • Kurven fahren und
    • das Schwungholen zum Anfahren.

    Nun, als die Mama mit Samuel ca. 15 Minuten später runtergekommen ist, hat sie Bauklötze gestaunt. Dazu hatte ich keine Zeit, da ich hinter Juliane schwer schnaufend hergerannt bin - nix mehr mit gemütlichem Gehen, da war schon schneller Schritt angesagt.

    Ca. eine weitere halbe Stunde später habe ich auf unserem neuen "Fahrradübungsplatz" (dem Westplatz) aufgegeben und bin gar nicht erst hinterhergelaufen, geschweige denn gerannt. Denn Juliane hat sich nach vorne gelehnt und in die Pedale getreten wie eine Wilde, ist über den Platz gesaust, als ob sie noch nie was anderes getan hat als Fahrradfahren und hat Kreise mich und Samuel im Kinderwagen gedreht...

    Selbst das Bremsen hat zum Schluß fast komplett mit den Bordmitteln des Fahrrads und nicht der Sohle ihrer Schuhe geklappt. Nur beim Start habe ich immer noch kurz angeschoben. Aber ich denke Ende der Woche hat sie das auch raus... Unglaublich - als Dreieinhalbjährige - einfach der Hammer!!!

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