Und er dreht sich doch!

    Auch wenn dieses leicht abgewandelte Zitat fälschlicherweise Galileo Galilei zugeordnet wird, so soll es doch die Beharrlichkeit unterstreichen, mit der er an seiner Überzeugung des kopernikanischen Systems festhielt...

    So in etwa passt es daher auch zur Beharrlichkeit, mit der Samuel seit nunmehr einigen Tagen verbissen versucht sich zu drehen. 

    Man sagt ja, dass Kinder nach jeder Krankheit einen großen Entwicklungsschub machen: Samuel hatte vor 2-3 Wochen einen ziemlich heftigen Infekt mit starkem Fieber (was den Mediziner in der Mama fast zum Durchdrehen gebracht und mir eine nächtliche Heimfahrt aus Nürnberg beschert hat - das ist einfach für so einen kleinen Knirps doch ziemlich kritisch!).

    Nun, das und die intensive tagtägliche Forder- und Förderung durch 3 ausdauernde Mädels im Urlaub an der Côté d'Azur hat den Effekt des Entwicklungsschubs allerdings mehr als beschleunigt! Und so hat Samuel mit 2 1/2 Monaten beschlossen, dass es nun an der Zeit ist sich zu drehen - er scheint wirklich unbedingt seine Schwester in der Entwicklungsgeschwindigkeit schlagen zu wollen.

    Denn seit der Dauerbespaßung seiner drei Förderinnen zieht er mit einem Ruck seine gekreuzten Beinchen an, hebt den Po , drückt den Kopf auf die Brust und lässt sich (erst rechts und seit dieser Woche auch links) auf die Seite fallen. Die Hände sind dabei zu Fäustchen geballt und man sieht dem ganzen kleinen Mann die krampfhafte Anstrengung an. Allerdings hält er die Arme noch abgewinkelt zum Körper, was wie eine Wegrollsperre wirkt. Und egal wie sehr er sein Köpfchen weiterdreht und sein Gesichtchen in den Boden presst - es geht einfach nicht weiter... zum Schießen - er findet das übrigens nicht und beginnt zunehmend stärker darüber schimpfen! Noch mehr zum Schießen! Übrigens sitzt dann die Puppenmama Juliane neben ihn und beruhigt ihn mit: "Samueeel, alles guuut! Gaaanz ruhig, gell Samuel, jaaa, wir sind hiiier" - das hat wiederum sie sich von den zwei Bespaßerinnen abgeschaut - ebenfalls zum Schießen :-D

    Seit ein paar Tagen beginnt Samuel neben dem Greifen und Loslassen (eine sehr beliebte Übung an Mamas Brust - sehr zur "Freude" selbiger) nun auch besser mit den Fäustchen zu treffen. Vor allem der Mund ist ein beliebtes Ziel und so nuckelt und saugt er mit einer wonnigen Freude an seinen Fingern und manchmal an der ganzen Faust. Dabei schiebt er Daumen und Zeigefinger oftmals so tief in den Mund, dass er das Würgen anfängt und seine Beute damit wieder ausspuckt - nur um sie umso begieriger erneut in den Mund zu schieben :-)

    Bei seinen Drehbewegungen kommt jetzt neben dem genannten Bremseffekt nun auch dazu, dass seit Neuestem zwei Hände mit Fingerchen direkt in seinem Gesichtsfeld auftauchen, sich quasi in Mund- und Schlabberweite "materialisieren" - also aus seiner Sicht. Und so lässt er seine Rotation unvollendet, liegt auf der Seite und beginnt wieder genüsslich zu lutschen und zu saugen...

    Sonntag Abend haben wir dann einen aus elterlicher Sicht genialen Nebeneffekt entdeckt: nachdem er sich knatschig auf die Seite gedreht hat, ist er direkt eingeschlafen... wie durch einen Neigungsschalter ausgeknipst. Und die Eltern haben erkannt: während unsere Tochter ein Rotationsschläfer ist, ist unser Sohn ein Seitenschläfer! Klar war der die Nacht über stinkig, solange wir ihn physiologisch und neugeborenengerecht auf den Rücken gelegt haben. Der wollte auf der Seite liegen! Jetzt kann er es und prompt hat er wie ein Stein die Nacht über gepennt. Zufälle machen das Leben einfach interessant...

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    PS: bevor der besorgte Papa den Filius allerdings auf der Seite hat schlafen lassen können, hat er dann doch lieber wieder die "Angel-Care-Atmungssensorplatten" unter die Matratze geschoben... Sicher ist sicher - das Zurückdrehen aus einer "verdeckten Atemwegslage" klappt dann doch möglicherweise noch nicht... also keine Angst, liebe Omas ;-)

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