Die Gefahr eines Urlaubs, der per unterschiedlicher Reiseführer zumindest grob geplant ist, ist eine vehemente Überfrachtung mit täglichen Attraktionen, die man unbedingt gesehen haben muss, wenn man schon mal hier ist. Unsere Kinder erinnern uns glücklicherweise daran, dass auch ein Campingplatz seinen Reiz hat, eine unbekannte Vegetation aus Büschen und Bäumen magische Wege bietet und jedes Streifenhörnchen fast genauso aufregend und spannend ist wie der wildeste Grizzly.
Und so haben wir unseren Banff-Plan entschlackt und den, wenn auch leider sehr viel spärlicher ausgestatteten Campingplatz in Banff Tunnel Village 1 mit Schreiben und wilden "Black Panther Kämpfen" (ganz aus Marvel mit eigenem Baumthron) verbracht. Erst am frühen Nachmittag haben wir uns zur Erkundung des Johnston Canyons aufgemacht, der Abenteuer bei der Erkundung des unteren und oberen Wasserfalls durch über den Fluss und an der Felswand angebrachte Brücken und Wege verspricht.
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Wir wurden schon unterschiedlich vor der grundsätzlichen Parkplatzknappheit im Banff-Gebiet gewarnt. Hier sind alle Parkplätze in der Regel Ruck Zuck voll und daher wird das örtliche Bussystem empfohlen. Tatsächlich war auch nachmittags um 3 beide Parkplätze am Johnston Canyon weiterhin voll. Dennoch haben wir uns ganz im Prinzip "Frechheit siegt" auf P2 begeben und tatsächlich noch zwischen zwei Autos mit unserem leicht überlangem Gefährt einen freien Platz ergattert - egal ob ich dafür mit der Fahrerkabine gefühlt im Busch parken musste. Der kurz darauf vorbeifahrende Ranger hat auch nichts gesagt - passt also :)
Leider hat sich der "abenteuerliche Weg" als eine weitere betonierte Touristenstraße entpuppt. Daher war das einzig abenteuerliche die Wege abseits, die Juliane und Samuel jenseits der Geländer und Absperrungen erkundet haben. Für die beiden war daher das beste am gesamten Ausflug die Streifenhörnchen und Kekspausen. Und auch das Naturspektakel war für uns überschaubar. Auch wenn wir diesmal näher an den Wasserfällen waren, als überall sonst, ist es doch ein bisschen wie mit Roms Kirchen: jede für sich spektakulär, einzigartig und faszinierend - aber sie sind halt an jeder Ecke und nach der 5. Kirche kann man auch den Petersdom nicht mehr sehen. Na gut, den vielleicht wie die Niagarafälle schon noch, aber wir merkten, dass es nun genug Wasserfälle für uns waren.
Die Überdrüssigkeit merkten wir auch bei unseren Kindern, die uns mit dem Streitstück "Nein-doch-nein-doch - der ärgert mich - tu ich nicht - doch-nein-doch-nein…" usw. begleitet haben. Der Gedanke - würde sie jemand abends mitnehmen, wenn wir sie hier lassen…? - kam mir ganz kurz in den Sinn ;-)
Zurück haben wir dann einen spektakulären Rettungseinsatz bei Pommes und Burger beobachten können, als die Feuerwehr mit Hubschrauber und Höhenrettung eine ältere Dame aus dem Gebiet bergen musste. Später, als wir gegangen sind, saß sie dann auf der Bank einem Sanitäter gegenüber, der offensichtlich die Abrechnung am Laptop vorgenommen hat… für die Kinder jedenfalls das spannendste des Tages.
Leider hat uns unser Reiseführer mit der Information in die Irre geführt, die berühmten heißen Quellen hier im Ort hätten bis 23 Uhr geöffnet. Leider haben wir das um kurz vor 8 rausgefunden, just zu der Zeit, als das Bad geschlossen hat. Damit war die Laune unserer Mitfahrer eindeutig im Keller und konnte auch durch ein spontanes Eisbummeln durch Banff nur mäßig wett gemacht werden.