Da wir uns nun so langsam auch auf den Rückweg machen mussten, sind wir über Växjö in Richtung Trelleborg aufgebrochen. Växjö liegt zentral in einer großen Glasbläsergegend Schwedens - ohne wirkliches Glasangebot. Das war etwas ernüchternd, dachten wir doch hier ein paar schöne Stücke zu erwerben. Tatsächlich muss man aber dazu wohl zu den Glashütten in der Umgebung fahren.
Das haben wir aus zeitlichen (und "lustlichen") Gründen nicht gemacht, sondern sind nach Osby zu Brio, dem Holzspielzeughersteller mit über 100 jähriger Geschichte gefahren.
Brio: Broderna Ivarsson Osby - Brüder Ivarsson Osby
Im angrenzenden Lekoseum (dem Brio-Museum) kann man, bzw. die Erwachsenen, die Firmen- und Spielzeuggeschichte anschauen. Die Kinder dagegen haben mehr Spaß an den aufgebauten Eisenbahnanlagen, Spiel- und Rutschturm oder Kinderküche, -schlafzimmer. Da war Juliane zu finden, während Samuel hinter dem Lenkrad der Eisenbahn hockte und dort nicht mehr wegzubringen war.
Sehr nett ist die im Keller eingerichtet Weihnachtsmannwerkstatt , wo die Kobolde Holzspielzeug in verschiedenen Hütten herstellen. Vor dem Museum stehen zwei echte Eisenbahnwagons, die Märklineisenbahnen und Barbiepuppen beherbergen, sowie verschiedene Holzbrettspiele und Spielkonsolen - das war nicht ganz so toll, wie der Rest des Lekoseums.
Es hat sich mal wieder gezeigt, dass Reisen bildet: Brio, so erfuhr ich von der freundlichen Dame am Empfang, gehört heute zu Ravensburger und das Headquarter ist in Malmö. Produziert wird inzwischen in China und hier in Osby, wo Brio 1885 gegründet wurde, ist von all dem außer Erinnerungen nichts mehr geblieben. Der etwas trostlose (nicht heruntergekommene!) Eindruck, wenn man durch Osby fährt, wird unterstreicht das: die Globalisierung genauso gnadenlos vorbeigezogen ist, wie die Züge, wenn sie hier ohne Halt durchbrettern.
Ich war erst skeptisch, ob sich der Eintritt wirklich lohnt, aber es wird doch mehr in dem Museum, das nicht mehr zu Brio direkt gehört, geboten als ich erwartet hatte. Der Einkauf im gegenüberliegenden Werksverkauf von Brio lohnt sich für einige Spielzeuge, allerdings nicht für alle. Vor allem lose Schienen, Eisenbahnen und Wagons sind preiswert. Damit haben wir uns dann auch ausgiebig für die heimische Erweiterung eingedeckt.
Julianes & Samuels Reiseeintrag:
Samuel:
Tschu Tschu Tschu, die Eisenbahn, wer will mit nach Osby fahr'n? Alleine fahr'n, das mag I net, drum nehm ich mir, die Juliane mit...
Juliane:
Nein nein nein, ich schneide hier lieber das Obst und Gemüse und bekoche die Puppen - und NEIN, Samuel, das ist mein Obst...!