Es war gut, dass wir nicht ganz bis nach Hause in der Nacht gefahren sind. Mal abgesehen davon, ob wir einen Parkplatz in Hausnähe gefunden hätten, hätten wir entweder ohne Strom im Wohnwagen vor der Tür schlafen (eine Freude für unseren Kühlschrank) oder die Kinder um 4 Uhr morgens ins nicht gemachte Bett hochtragen müssen. Also haben wir den letzten Stopp unserer Reise in Giengen an der Brenz auf einen Stellplatz (bei der Höhlenerlebniswelt Giengen-Hürben) eingelegt, ca. 40 Kilometer vor Ulm.

Interessanterweise gibt es weit mehr Stellplätze unterwegs mit unterschiedlicher Ausstattung, als wir erwartet haben. Auf deren Informationen kann man mit diversen kostenlosen Apps direkt auch per Kartensuche zugreifen. Eine kostenpflichte App oder ein Stellplatzführer wie vom ADAC ist also gar nicht notwendig.

Erstaunlicherweise standen hier tatsächlich bereits 4 Wohnmobile, deren Bewohner wir vermutlich durch unser nächtliches Einparkmanöver nicht zu unseren neuen Freunden gemacht haben (jedenfalls gingen fast Synchron um uns herum die Toilettenspülungen an). Immerhin haben wir nach 2 Monaten nicht nur im Gespür, wann wir bei der Länge Überholmanöver abschließen können oder ob die Lücke von der Breite her noch passt, sondern auch, inwieweit der Wohnwagen in der Neigung richtig steht oder auch nicht. Und gerade bei nächtlichen Manövern hilft es ungemein, wenn die Handgriffe beim Aufbau eingespielt sind und sitzen.

    

Der Profi koppelt an... ;-)

Um 4 Uhr morgens haben wir dann endlich geschlafen und nach einer viel zu kurzen Nacht haben wir unsere letzten Milchreisvorräte (100g haben wir dann doch noch ausgeladen von den ursprünglichen 5 Kilo) gekocht. Frisch gestärkt, aber etwas malträtiert nach 2 langen Fahrnächten, ging es auf die letzten 25 Minuten Fahrt nach Ulm. Das Glück war uns hold und wir haben auch noch direkt vor der Tür einen Parkplatz gefunden, der groß genug für den Anhänger war und so haben wir unser seit 2 Monaten verwaistes Domizil betreten.

Am komischsten war es wohl für Samuel, der immerhin 1/6 seines Lebens nicht mehr da gewesen ist. Er war sichtlich verwirrt über das "neue alte" Zuhause und hat ein wenig gebraucht, bis er einige Dinge "wiedererkannt" hat (wie beispielsweise die Glastüre, die man immer so prima auf und zu machen kann - mit oder ohne Fingerklemmen). Immerhin hatte der kleine Entdecker so auch seinen Spaß.
Juliane ging es da deutlich leichter: sie hat einfach umgeschaltet und ihre Spielsachen zurück in Beschlag genommen - und vor allem ihre Puppe Lili vermisst, die sie aus Platzgründen daheim bzw. in Kur bei den Omas lassen musste (ihre "Rabeneltern" haben ihr "nur" zwei Puppen als Bettgäste im Wohnwagen erlaubt ;-)). Erstaunlich wie schnell das geht!

Für uns war das Heimkommen vor allem ein Aus- und Einräumen, Betten beziehen, Post sichten, einen schimmeligen Holzschaber in der Spülmaschine finden und die Kaffeemaschine entkalken, die sich anfangs mit schlimmen Pumpgeräuschen partout geweigert hat, Kaffee zu produzieren.
Schade, 2 Monate gingen einfach zu schnell vorbei. Auch wenn wir zum Schluss nichts dagegen hatten, dass der zunehmend kühlere Urlaub zur Neige geht, war gerade der norwegische Teil einfach schön! Natürlich hört das der Rest eher ungern: aber 2 Monate können auch einfach zu kurz sein. Wir hoffen daher, dass wir uns nicht allzu schnell in den Alltagstrott zurückreißen lassen werden, sondern noch genug Momentum bewahren die Zeit ausklingen zu lassen und uns schon mal geistig auf das nächste Abenteuer vorzubereiten.

Ein Vorteil hat es nun auch: immerhin der nächtliche Gang zur Toilette ist nun deutlich kürzer und angenehm wärmer. Aber erstmal mache ich unseren Wohnwagen- und Zelthändler platt… ;-)