Hier stelle ich mal unser fünftes Familienmitglied vor - zumindest auf dieser Reise: unser Wohnwagen.
Nach unseren gemischten Erfahrungen in Spanien mit dem Wohnmobil, sind wir diesmal mit einem Wohnwagen unterwegs. War der Mietpreis beim Wohnmobil allerdings hoch und der Kaufpreis noch sehr viel höher, ist das Missverhältnis bei einem Wohnwagen glücklicherweise sehr viel gnädiger und da sich 8 Wochen mieten wirklich nicht lohnen, haben wir uns einen Wohnwagen gekauft. Nur leider ging mein ursprünglicher Plan, einen 1-3 Jahre alten Wohnwagen mit entsprechend hohen Abschlägen nicht auf, denn im Gegensatz zu einem Auto, das beim Umdrehen des Zündschlüssels ca. 40% an Wert verliert, liegt der Preisabschlag beim Wohnwagen in den ersten Jahren bei maximal 10-15%. Erst wenn die Kisten runtergeritten und nach 5-10 Jahren schon leicht gammelig abgewohnt wurden, bekommt man so ein Wägelchen auch mal zur Hälfte oder weniger. Da uns diese Erfahrung auch unsere langjährig Camping-erfahrene Freunde bestätigt haben, sind wir zum Eigenkauf übergegangen.
Dabei empfiehlt es sich die Messepreise im Winter mitzunehmen, denn da werben die Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller mit satten Rabatten und Sonderaktionen. Und nach längerer Auswahl, Abwägen, Anschauen und Überlegen sind wir bei einem Knauss Südwind Silver Selection 580 FSK gelandet. Der Grund für die Wahl ist schnell gesagt:

- 2,5 Meter Breite für mehr Raumgefühl und größere Sitzgruppe
- Feste Doppelstockbetten für die Kinder ohne abendlichen Umbau der Sitzgruppe
- Silver Selection mit viel attraktiven Zubehör (bspw. bessere Betten, robustere Sitze und Auflastung auf 1,8 Tonnen), manchen "Nice-to-have"-Dinge, die nicht zwingend notwendig gewesen wären (bspw. Deichselverblendung, Glattbleche, Boxen und Radio - bei Letzterem tut's auch ein Tablet) - und einigen Goodies, die wir niemals zu dem absurd hohen Preis eingebaut hätten (wie den 12 Volt-Fernseher für 1.700 € den wir nicht einmal genutzt haben)
- Ein 189 Liter großen Kühlschrank und damit ca. 80 Liter mehr als beim Standardmodell
- ATC Trailer-Control (Anti-Schleuder-System)
- und und und
- Mehr Details zur Ausstattung findet ihr hier
Der Wohnwagen ist 8 Meter lang und wir fahren damit stattliche 13 Meter samt Auto durch die Gegend - sieht kürzer aus, als es ist. Die anfängliche Skepsis bzgl. breiter Straßen ist Entspannung gewichen, denn wo LKWs und Reisebusse durchkommen, da schaffen wir es auch ;- )
Also eigentlich kein Problem. Oder doch?
Nun mit etwas neuerer Erfahrung nach zwei Monaten Skandinavien würden wir doch vielleicht das eine oder andere anders machen. So ist die Achslast bei diesem großen Einachser schon sehr grenzwertig. Es würde sich daher vielleicht anbieten das nächste Modell auf zwei Achsen zu nehmen (so wie eines der Modelle hier rechts). Das hätte auch den Vorteil, dass neben der Sitzgruppe auch eine Spielecke für die Kinder bei schlechtem Wetter vorhanden wäre. Allerdings wird die Handhabbarkeit - und das ist als Nachteil sicher nicht von der Hand zu weisen - unter den zwei Achsen leiden. Möglicherweise müsste dann noch ein Mover (Hilfsmotor zur ferngesteuerten Bewegung des Kolosses) mit her.
Unbedingt müssen wir noch einen Deichselfahrradträger (wir haben die Räder immer rein und rausgeladen - eine ziemlich bescheuerte Idee, wenn man laufend den Standort wechselt wie wir - das hatten wir im Vorfeld nicht bedacht) und eine TV/Radio/WLAN-Kombiantenne nachrüsten - falls es letzteres überhaupt gibt. Aber gerade eine Verstärkung des WLANs wäre eine echte Bereicherung, denn obwohl oftmals WLAN angeblich auf dem gesamten Campingplatz verfügbar sein soll, ist das Signal meist elendig schwach.
Das bringt mich zu unsere IT-Ausstattung - ohne das kann ich keinen Urlaub vernünftig genießen:
Der Tripmate Titan (rot-schwarzer Block) ist ein sehr hilfreicher kleiner Akku inkl. Server, der sich in bestehende WLANs einklinken kann und dann ein lokales WLAN den restlichen Geräten zur Verfügung stellt. Dazu kann er Musik von einem USB-Stick (2x 128 Gigabyte habe ich dabei - verbunden über den silbernen USB-Hub) als Stream zur Verfügung stellen oder bspw. Bilder und Videos auf diesen direkt speichern. Ein sehr nützliches Gerät also, wenn auch mit einigen Instabilitäten und einer unglaublich schlechten WLAN-Antenne.
Leider kann der Tripmate keine Verbindungen in ein Mobilnetz herstellen. Daher begleitet uns noch ein Mifi (Mobile Wifi - weißes Gerät), das bspw. mit einer Prepaid-Simcard ein nützlicher Begleiter ist. Über die Prepaid-Karte baut es eine Internetverbindung auf und stellt ebenfalls lokal ein WLAN zur Verfügung.
Vor der Reise hatten wir noch gedacht, wir würden vielleicht ab und an einen Film über den eingebauten Fernseher schauen. Daher habe ich auch unseren Blu-ray-Player mitgenommen mit einigen Filmen - im Nachhinein äußerst sinnlos! Tatsächlich haben wir (sehr selten) entweder über das iPad Olympia oder Fußball-EM (bzw. Juliane abends Sandmännchen) oder über Amazon-Video-Prime mal einen Film online geschaut - bzw. eine gekaufte digitale Fassung vom kleinen Hobbit, die ich noch auf dem iPad hatte. Meist saßen wir aber draußen und haben den hellen langen Abend bei einem Glas Wein genossen - oder hatten einfach auch nur eine miese Internetverbindung.
Nur Juliane hat unterwegs auf der Fahrt über meinen Laptop Prinzessin Lillifee-DVDs angeguckt ;-).