Unser Plan, das Vorzelt am Abend vorher abzubauen und somit mal früher loszukommen, ging gründlich schief, als es wider der Wettervorhersage angefangen hat zu regnen...

Ein nasses Vorzelt abzubauen ist weder ein Spaß noch eine gute Idee bzgl. Dichtigkeit. Also wollten wir es über Nacht trocknen lassen. Guter Plan: am nächsten Tag hat es wieder vor sich hingenieselt. Also haben wir vormittags abgebaut, was insofern gerade noch rechtzeitig war, als es im Moment des Ankoppelns und Losfahrens angefangen hat wieder einmal heftig zu schütten. Skandinavien scheint unser Regenfluch zu werden.

Zu allem Überfluss war auch noch der Ausfahrcode für die Schranke abgelaufen (obwohl ich den Tag verlängert hatte) und so stand ich nun eingekeilt zwischen Schranke und 3 weiteren Caravangespannen hinter mir und konnte weder vor noch zurück. Nach einigen Minuten hatten die Betreiber dann aber doch ein Einsehen und ich konnte aus der misslichen Lage raus, während mich die anderen hinter mir zwar vermutlich verflucht aber doch nicht angehupt haben. Skandinavier sind in dem Punkt wirklich netter - nicht auszudenken was auf einem deutschen Platz losgewesen wäre.

Nun konnten wir endlich losfahren und haben dabei natürlich auch die richtige Ausfahrstraße genutzt, um den Campingplatz zu verlassen. Denn die Straße vom und zum Campingplatz ist so eng, dass man unmöglich mit zwei Wohnwagen aneinander vorbeikommt, egal welcher Breite. Nicht mal in den Ausweichbuchten! Daher fährt man von der einen Straße an den Platz ran und verlässt ihn über eine andere.

Auf nach Norwingen

Nun ging es also nach einem kurzen Zwischenstopp bei IKEA (irgendwas fehlt halt immer und Ingvar hat's bestimmt) auf die wieder seeeehr monotone Fahrt diesmal nach Oslo in "Norwingen", wie Juliane immer wieder erklärt hat. Sie ließ sich auch durch regelmäßige Korrekturen nicht beirren.
Etwa eine halbe Stunde, bevor wir unser Tagesziel erreichen sollten, sind wir allerdings dann leider in Oslo in einen zähen Stau geraten, was angesichts der rapide abnehmenden Laune im Heckbereich zu einem unplanmäßigen Stopp geführt hat, mit immerhin vielen niedlichen Minifrösche vor einem Laden für die interessierte Naturforscherin Juliane - leider aber auch einem Massengrab, wenn man die vielen "graubraunen" Flecken auf dem gutbefahrenen Parkplatz mal genauer untersucht hat.

Aufmerksame Mitfahrer

Irgendwann war aber auch das geschafft und wir haben den stadtnahen Campingplatz Bogstad in Oslo bezogen, von wo aus wir gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt kommen wollten. Erst dachte ich, ich hätte mich verguckt, als ich einen AMG GLS neben einem Tabbert Wohnwagen parken gesehen habe mit deutschem Auslandsüberführungskennzeichen. Das nenne ich mal ein cooles Zugfahrzeug (mit einem sensationell gutem Sound!). Später entpuppte sich das Fahrzeug allerdings eher als temporäres Angeberauto unseres Nachbarn, der zu einer ganzen Familie von Roma-Zigeunern gehörte. Jedenfalls war es zwei Tage später gegen einen anderen Mercedes ausgetauscht.

Gute Konstruktion ;-)

Beim Ausrichten des Wohnwagens (der Platz war etwas abfällig zur Wohnwagentür hin) ist uns dann auch noch aufgefallen, dass unsere Auffahrkeile vom Wohnmobil 2012 für einen Wohnwagen 2016 leider ungeeignet sind. Steht ein Wohnmobil auf 4 Rädern, sind das beim Wohnwagen leider nur 2. Prompt ist uns der Kasten zur Seite weggedreht, als ich abgekoppelt habe. Glücklicherweise hatten wir schon die Wegrollkeile untergeschoben und so stand das Rad zumindest leicht "schepps" auf dem Keil bis wir wieder abgefahren sind. Wir brauchen dringend dicke Bohlen!